• Monalitha

"Die Empfängnis - Teil 1"

Einleitung:


Ganesha - Der Elefantengott, er gehört zu den beliebtesten Göttern von Indien. Ganesha steht für den Neubeginn und darin enthaltenem Glück und Erfolg. Außerdem zählt er zu den weißesten Geschöpfen der Götterwelt.


In der ersten Folge von Elea Eluanda wird eine der vielen Geschichten erzählt, wie Ganesha zu seinem Elefantenkopf kam

(bei Elea Eluanda nachzuhören oder in meinem Podcast, Folge #4)

Da ist Ganesha der Sohn von Gott Krishna und der Göttin Parvati. Ganesha sollte eines Tages aufpassen, dass niemand Parvati beim baden störte. Als "Papa Krishna" nach Hause kam, schlug er seinem Sohn den Kopf ab, weil Ganesha ihm nicht sofort die Türe geöffnet hatte. Doch Krishna bereute, was er getan hat und versprach seinem Sohn den Kopf des nächsten vorbeikommenden Wesens zu geben - und das war ein Elefant.


Doch in meinen weiteren Recherchen habe ich über Ganesha eine andere Vision seiner Eltern gefunden: Da ist er der Sohn der Göttin Parvati und Gott Shiva.


Lest hier weiter, wie ich mir die Erschaffung von Ganesha - sehr frei nacherzählt von den Legenden über die Götter - vorstelle:



1. Teil "Ganesha":

Aus Parvatis Gedanken:


Wir befinden uns nun schon eine ganze Weile in unserem Zuhause, dem Berg Kailash. Shiva - meinem Ehemann war es wichtig gewesen, wieder auf seinem Berg zurück zu gehen. Der Berg ist so hoch, dass Shiva wunderbar das Land überblicken und es beschützen kann wenn es nötig ist. Er hat somit als Hauptgott eine Aufgabe, die er sich widmen kann, doch mir ist unheimlich langweilig.

Nun ja, ich muss zugeben: der Ausblick hier ist wunderbar. Wer kann schon gleich vom Küchenfenster aus über ganz Indien blicken und noch darüber hinaus?

Da unten beobachte ich jeden Tag Familien - alte, junge, dünne, dicke Menschen. Sie gehen meist frohen Mutes ihres Weges entlang, sie haben Pflichten, um die sie sich kümmern müssen und wenn sie ein Leben gelebt haben - sterben sie. Natürlich werden sie auch wiedergeboren, wieder in etwas Vergängliches.


So stehe ich also eines Tages wieder in meinem Gemüsegarten, hege und Pflege meine geliebten Pflanzen, damit sie gute Früchte zum Essen für uns hergeben würden.

Das war meine große Leidenschaft: das Essen. Schon immer konnte ich leicht Berge von Essen kochen so, dass es für die vielen Menschen auf der Erde auch noch reichte. Täglich erreichen mich tausende von Briefen und Anrufe der Menschen. Immer mit der gleichen Bitte, genug Essen für alle abzuwerfen.

Sie nannten mich deshalb schon seit langem "Göttin der Nahrung". Es schmeichelt mir, doch merke, wie ich langsam eine neue Aufgabe brauche.


Da knie ich nun in meinen vielen Beeten und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und beobachte Shiva, wie er schon seit Stunden in tiefster Meditation vertieft da sitzt. Umgeben von seinem treuen Gefährten Nandi - seinem Stier und den Geistern. Mit seinem Geliebten Reittier legt Shiva oft Kilometer um Kilometer zurück - wenn er nicht gerade meditiert und dabei alles um ihn herum vergisst. Die Geister wiederum sind mir immer etwas unheimlich. So bald ich mich ihnen nähere, spüre ich die Kühle, die von ihnen ausgeht und eine unsichtbare Wand, die nichts durchdringen kann.

Wenn doch einmal etwas durch seine gut beschützte Meditationsblase kommt, wird mit dem Eindringling kurzen Prozess gemacht und von der gefährlichen Kobra, die seine Kehle umschließt, aufgefressen. In der Regel gilt das nur für Tiere - meist Käfer, welche als Nahrung für die Schlange dienen. Der Anblick des gefressen werden´s ist für mich immer ein grausiger Anblick.

Ich kenne keinen anderen Gott, der so gut bewacht wird und die Meditation braucht, wie mein Mann.


Die Sonne wärmt wunderbar, wie an vielen anderen Tagen auch. Das tröstet mich ungemein in meiner Einsamkeit, denn ich weiß dahinter steckt Vishnu. Ihn bewundere ich schon eine ganze Weile. Wer sich in so vielen Gestalten verwandeln kann, um die ganze Welt zu erhalten und dann auch die Sonne zähmt, der erhält meine tiefste Bewunderung. "Vishnu", murmele ich. "wie schön die Sonne heute wieder scheint". Mit diesen Worten setze ich mich auf meine Gartenbank und bemerke, wie eine Gestalt plötzlich neben mir sitzt. Ich wende mich ihm zu. "Vishnu, du bist gekommen! Wie schön. Ich dachte, du bist in Dienst, um alle zu beschützen?" Ich lächel ihm zu. "Tja, ein Hauptgott zu sein, hat eben manchmal auch seine Vorteile. Vor allem, weil man niemandem unterstellt ist. Das solltet du doch wissen, als Frau eines solchen." Zwinkert er mir zu. Etwas beschämt senke ich den Kopf. Nach einer Pause fragt er: " Wie geht es euch beiden denn?"

"Tja", Ich mache eine kleine Pause. "Er meditiert und ich sitze herum - weiß nicht, was ich machen soll." Resigniert beobachte ich Shiva. Plötzlich schoss es aus mir heraus: "Kannst du mir nicht einen Sohn gewähren? Ich wünsche mir so sehr ein Kind." Bittend schaue ich ihn an, während ich auf seine Antwort warte. "So?" Er klingt nicht überrascht."Weißt du", beginnt er."Ich kann mich dich gut als Mutter vorstellen." Erfreut schaue ich ihn an. "Warum gerade ein Junge?" Fragt er dann nach einer Weile. "Ich weiß nicht", murmele ich. "Ich spüre es einfach." Er nickt und steht dabei auf. Seine Gestalt beginnt, sich langsam in Sonnenlicht aufzulösen. Ich stehe ebenfalls auf und schließe die Augen, während mir seine Sonnenstrahlen langsam das Gesicht wärmen. "Komm in drei Tagen Nachts zum Bergsee. Dann ist Vollmond, der höchste Punkt des Monats ist erreicht und ein neuer Zyklus beginnt", Wispert es in meinem Ohr. "Perfekt für ein Gotteskind - Ach ja", setzt er noch nach. "Bring Shiva mit. Bei einer Befruchtung müssen es immer zwei sein. Du willst deinen Sohn bestimmt nicht alleine großziehen, oder?" Langsam schüttele ich den Kopf und lächele ein wenig.


Die nächsten zwei Tage hantiere ich im Garten herum und kann es kaum abwarten, bis es endlich soweit ist. Meine Pflanzen haben sich aber zu meinem Missfallen in der Erde verkrochen, weil ich nur acht - und Gedankenlos an ihnen herumzupfte, bis es ihnen zu viel wurde.

In Gedanken stelle ich mir wiederum sehr erfreut bereits mein Zukünftiges Kind vor. Dabei frage ich mich, wie es wohl aussehen würde? Hätte es Augen wie ich und Shiva´s Haare? Oder Umgekehrt? Und wie lange würde es dauern, bis ich es in den Armen halten könne? Ich stelle es mir wunderschön vor - mit Knubbeligen Händen und einem Kirschroten Mund.

Shiva hatte ich bereits am selben Abend nach Vishnu´s Weggang über mein Vorhaben aufgeklärt und schien mehr als erfreut zu sein. Ein Kind - ja das würde uns gut tun. Zum Glück musste ich auch nicht lange mit ihm darüber diskutieren, warum uns Vishnu dabei helfen würde. Götter geben sich einfach schnell mit einfachen Dingen zufrieden.

"Hast du dir schon einen Namen überlegt?" Fragt er mich, als wir nun auf dem Weg zum Bergsee sind. Darüber hatte ich nur kurz nachgedacht. "Ganesha - Der Neuanfang oder Neubeginn." Er nickt und Hand in Hand marschieren wir weiter, bis wir schließlich an dem Bergsee ankommen. Das Wasser schwappt dunkel und unnahbar ans Ufer, leckt wispernd an den kleinen Kieselsteinen, die überall herumliegen. Das Besondere an den Kieselsteinen war, dass sie ganz bunt, mit winzigen Pünktchen besprenkelt sind. Sie erinnern mich immer an bunte Eier - wie die Menschen sie manchmal anmalten, damit sie sie wiedererkennen und sie nicht verderben würden. Sie besitzen heilende Kräfte, die sich nur denjenigen zeigten, welche sie auch geschickt zu benutzen wissen.

"Ich begrüße dich, Vishnu" Shiva´s tiefe Stimme reißt mich aus meinen wirren Gedanken und ich blicke zu Vishnu auf. Sofort fällt mir seine neue Gestalt auf. "Hallo", begrüße ich ihn. Lächelnd setze ich hinzu: "Krishna!" Er begrüßt uns ebenfalls mit einem Nicken und bedeutet uns mit einer Geste ihm zu folgen.


Mit langen Schritten watet er durch das seichte Nass, während Shiva und ich ihm folgen. Nach eine Weile fällt mir auf, wie weit wir uns schon vom Ufer entfernt haben und das Wasser noch keinen Meter tiefer geworden ist. Krishna - denke ich bei mir - er hat eben besondere Kräfte. Bald kommt sehe ich einen Hügel immer näher kommen. Oder sind wir es, die näher kommen? Ich bin verwirrt und zugleich schrecklich nervös. So aufgeregt bin ich nicht mehr gewesen, seit ich Tagelang um Shiva´s Rückkehr aus einem der vergangenen Kriege bangte.

Wir besteigen nun langsam und bedacht den Hügel. Das runde Mondlicht scheint wie ein Kegel auf uns herab und umhüllt uns auf einmal. Zugleich beginnt ein dichter Nebel aufzusteigen und ich stelle mich dicht an Shiva heran. Sein Anwesenheit beruhigt mich, denn ich erinnere mich daran, wie ich mich einmal in einem dichten Nebel verirrte. Es war sehr dunkel gewesen damals und Götternebel können sehr tückisch sein. Doch obwohl ich mich ein wenig fürchte, spüre ich, dass alles in bester Ordnung war und ich genau hier sein müsste.

Nach einer Weile schwoll ein Summen und Brummen an, welches draußen aber auch gleichzeitig in mir drinnen herrscht. Krishna kann ich schon lange nicht mehr sehen, doch mir ist es egal, ob er da ist oder nicht - wichtig ist mir nur mein Mann. Ich dreh mich sanft zu ihm herum, während gleichzeitig der Nebel um uns herum anfängt sich wie eine Kugel zu formen. Uns in die Lüfte, immer näher an den hellen Mond heran, hebt. Ich bin bereit. Die Worte bilden sich Kristallklar in meinem Kopf. Ich bin bereit zu empfangen. Es war das letzte, was ich dachte, bevor ich mit Shiva komplett verschmolz.


Ende Teil 1




Gott Ganesha:

https://wiki.yoga-vidya.de/Ganesha


Göttin Parvati:

https://wiki.yoga-vidya.de/Parvati


Brahma, Vishnu und Shiva -- die drei indischen Götter, Trimuti:

https://www.indien-fieber.de/brahma-vishnu-shiva


Der heilige Berg Shiva´s, Kailash:

https://wiki.yoga-vidya.de/Kailash


Vishnu:

https://wiki.yoga-vidya.de/Vishnu




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